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Artikel 5 und der Generalsekretär

Immer wenn der Generalsekretär oder irgendein anderer Funktionär öffentlich über Artikel 5, die gegenseitige Beistandsverpflichtung des Nordatlantikvertrages, stolpern, fragt man sich, ob diese Herren nur irgendwo in der Mitte etwas halb gelesen und halb verstanden haben.
Der Nordatlantikvertrag beginnt mit Artikel 1: "Die Parteien verpflichten sich, in Übereinstimmung mit der Satzung der Vereinten Nationen jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sind, auf friedlichem Wege so zu regeln, daß der internationale Friede, die Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden, und sich in ihren internationalen Beziehungen jeder Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung zu enthalten, die mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar ist." (Nordatlantikvertrag Artikel 1, Washington, den 04.04.1949)
Lehre aus dem 2. Weltkrieg oder schöner geistiger Dünnschiß? Man kann diesen verschachtelten Satz auch einfacher und verständlicher formulieren:
"Der Natopakt verpflichtet sich, in jeden internationalen Streitfall zu intervenieren. Der internationale Frieden, die Sicherheit und die Gerechtigkeit haben sich stets den Interessen des Natopaktes unterzuordnen. Der Pakt interveniert weltweit jederzeit auch durch Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung. Machen sich die Vereinten Nationen nicht zum Diener oder Mittäter, unterhält man sich über das Sponsoring der UN, und die sogenannte "Weltgemeinschaft" kommt zum Zug. Nicht spurenden UN-Mitgliedern im Machtbereich des Natopaktes werden zusätzlich die (Militär)Hilfen gestrichen, sie werden auf vielfältige Art und Weise erpreßt, oder sie werden weggeputscht." (aktuelle Lesart Nordatlantikvertrag Artikel 1)
In der richtigen Lesart kann vermutlich nicht nur der Generalsekretär, sondern sogar der einfache Gutmensch viel besser Artikel 1 und die ständig steigende Unsicherheit in der Welt verstehen.

7 Kinder und immer noch Jungfrau?

Während Artikel 1 nahezu unbekannt scheint, hat man den Eindruck, daß der Nordatlantikvertrag für Halbleser, Halbwisser und Halbversteher samt angeschlossener Volksaufklärung nur aus Artikel 5 besteht. Der besagt konkret zB., wird die BRD angegriffen, steht Litauen der BRD bei, wird Litauen angegriffen, steht die BRD Litauen bei. Diese Beistandsverpflichtung ist so einseitig, daß sie geradezu schwachsinnig wirkt. Sieben Kinder und immer noch Jungfrau? Damit auch Leute, die gewohnt sind, nur im Büro zu sitzen und von einem Pöstchen zum nächsten zu wechseln, einen Kontakt zur Realität bekommen: Stahlhelm auf und selber kämpfen. Für Schwächliche existiert Ausrüstung auch in der Kinderversion. Es gibt keinen Grund, Länder in den Natopakt aufzunehmen, die zur Sicherheit keinen Beitrag leisten, sondern im Gegenteil, wie ehemalige Sowjetrepubliken nur Ärger garantieren.

Um genau das zu verhindern, existiert Artikel 10. Von Beitrittskandidaten wird explizit gefordert, in der Lage zu sein, zur "Sicherheit des nordatlantischen Gebietes" beitragen zu können. Ehemaligen Sowjetrepubliken fehlt dazu nicht nur die Wirtschaftskraft, sondern sie können schon rein geographisch keinen Beitrag zur Sicherheit leisten. Um die Durchsetzung der in Artikel 10 genannten Vorraussetzungen für eine Mitgliedschaft sicherzustellen, geht Artikel 10 sogar so weit, die Einstimmigkeit unter den bestehenden Mitglieder zu fordern, falls ein weiterer Staat zum Beitritt "eingeladen" werden soll. Natürlich reine Theorie, wenn alle wie im Warschauer Pakt mit Big Brother an ihrem Strang ziehen. Es läuft dem Vertragstext zuwider, die Sicherheit des Natopaktes zu unterminieren, indem jeder aufgenommen wird, der "beschützt" werden will. Unter den Natofunktionären Rasmussen und Stoltenberg hat die permanente Osterweiterung jedoch Vorrang vor Sicherheit. Daß ausgerechnet Länder, die nur einen Beitrag zur Unsicherheit leisten und "beschützt werden" wollen, für Papageien der Anlaß sind, laufend Artikel 5 zu wiederholen, macht das "Sicherheitsbündnis" langsam bizarr. Bei der "Einladung zum Beitritt" spricht Artikel 10 übrigens explizit von europäische Staaten, d.h. die Sicherheit von Ländern, die ebenfalls keinen Beitrag zur Sicherheit Europas bzw. des nordatlantischen Gebietes leisten können, wie Georgien, Armenien, ..., Libyen, Irak, Syrien, ... ist nicht Bier des Natopaktes. So war das zumindest mal bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion.

Obwohl die Beitragsverpflichtung in Artikel 5 explizit für den Fall eines Angriffs formuliert ist, haben besonders leseschwache extremistische Grundwertedschihadis eine ganz andere Lesart: Zu jedem Krieg, den bestimmte Mitglieder des Natopaktes (Amerika, Großbritannien, Frankreich, Türkei) aufgrund von Artikel 1 beginnen, den sie befeuern oder in den sie intervenieren, müssen alle Mitglieder ihren Beitrag leisten. Für Grundwertedschihadis ist Artikel 5 mittlerweile das Vehikel, von jedem einen Beitrag zu fordern, wenn sie die eigene Version des Weltkommunismus, die "westlichen Werte", mit Gewalt zu verbreiten. Natofunktionäre treten auf, als existiere statt eines in Washington hinterlegten Dokumentes eine perforierte Version, auf der jedes Blatt ausschließlich mit Artikel 5 bedruckt ist. Daher darf man den Maschmeyer-Freund, Hartz IV-Kanzler und Vorsorgeexperten Gerhard Schröder auch mal loben, denn er hat sich nicht zu einer Beteiligung am Krieg der Kriegsverbrecher im Irak zwingen lassen.

Da sich kein Land in der Welt die Werte der Grundwertedschihadis gewaltsam aufdrücken läßt, und die Amerikaner zwar jedes Land zerstören können, den Krieg gegen die Bevölkerung aber immer verlieren, egal wie unterentwickelt und schwach der Gegner auch ist, scheinen einige "Chefstrategen" auf die Idee gekommen zu sein, was im Nahen Osten desaströs gescheitert ist, funktioniert vielleicht in der Ukraine oder in Rußland. Für die Verwendungsfähigkeit mancher Funktionäre ist ein Plätzchen ganz vorne an der Front vielleicht angemessener als Generalsekretär.

Artikel 13: Der Ausstieg

Im Natopakt ist der Ausstieg von Mitgliedern in Artikel 13 ein fester Bestandteil. Schließlich haben sich im Gegensatz zum Warschauer Pakt freie Staaten zusammen geschlossen. Theoretisch zumindest. Laut Artikel 13 kann sich ein Paktmitglied genau ein Jahr, nachdem es bei den Amerikanern gekündigt hat, aus dem Pakt verabschieden. Auch dieser Artikel fehlt natürlich auf der Klorolle, und man muß sich schon fragen, ob der Natopakt langsam den Charakter des auf weltweite Wertevermittlung getrimmten Warschauer Paktes annimmt. Die Ironie dabei ist, daß dieser Eindruck erst seit der friedlichen Revolution in der Sowjetunion entsteht, während Frankreich kurz nach der Kubakrise auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges aus dem Natopakt ausgetreten und erst nach dem Ende der Sowjetunion wieder Vollmitglied geworden ist. Weiterhin ist fraglich, ob die Amerikaner nicht noch ein wenig schneller kündigen können, wie im 2. Weltkrieg erst einmal ihre Verbündeten kämpfen lassen und erst eingreifen, wenn die Entscheidung gefallen ist. Wieviel ein Bündnis unter "westlichen Partnern" wert sein kann, zeigt auch der Überfall Frankreichs, Großbritanniens und Israels auf Ägypten als Reaktion auf die Verstaatlichung des Suezkanals. Gemeinsam begonnen (schon damals haben Paktmitglieder ihre eigenen Kriege losgetreten), stand Frankreich von einem Tag auf den anderen ohne die Briten da. Daß die USA die Briten aus dem gemeinsamen Überfall herausgebochen haben, dürfte auch zum damaligen Austritt Frankreichs aus der Nato beigetragen haben.

Das Herumsalbadern von westlichen Werten

Die Halbleser, Halbwisser und Halbversteher kann man oft an ihrem Herumsalbadern über "westliche Werte" erkennen. Ein militärischer Pakt hat noch nie etwas mit Werten oder ihrer Vermittlung zu tun gehabt, sondern ist stets eine Allianz für den Kriegsfall. Spätestens dann sind ohnehin alle Werte gestorben, über die "westliche Werteapostel" heutzutage so herumsalbadern.

An vorderster Front "westlicher Werte" kämpfen im Moment die Türken, die Teile Syriens und des Iraks besetzt halten, um Kurden zu bekämpfen, während andere Natopakt-Mitglieder die Kurden zur Bekämpfung des IS benutzen und militärisch unterstützen. Diese Doppelstrategie, Verbündete auf der einen Seite zu unterstützen, auf der anderen Seite zu bekämpfen, ist der klassische Lebenszyklus von Widerstands- und Terrorgruppen im Nahen und Mittleren Osten. Die Türkei war einer der Hauptunterstützer des IS, und die Prioritäten bei den Themen Kurdenbekämpfung, Förderung des IS zur Vernichtung des Assad-Regimes und Bekämpfung des IS sind sehr variabel.

Ein besonders wichtiger und "privilegierter" Partner westlicher Werteapostel ist das Modellkaliphat des IS, denn die "gemäßigten" Terror-Paten aus Saudi Arabien sind der Verbreitung westlicher Werte besonders förderlich. Die Saudis liefern nicht nur weltweit die Ideologie für das, was man in der BRD islamistischen Terror nennt (viele Muslime, angefangen in der Türkei, sprechen diesen Leuten den Glauben ab), sondern auch reichlich Terroristen. 15 der 22 Attentäter vom elften September waren Saudis. Der Drahtzieher, ebenfalls ein Saudi, stand unter dem Schutz des "Verbündeten" Pakistan und wurde dort auf seinem Ruhesitz aufgespürt und liquidiert. Ziemlich überraschend für all die, die jahrelang in diversen Filmchen dem endlosen Geschwafel von Terrorismusexperten an den Lippen hingen und die Kriege für den Terror in Afghanistan und Irak mit angesehen haben. Den Werteaposteln und der Lügenpresse muß man nichts glauben.

Um einmal westliche Werte auf den Punkt zu bringen: Den Amerikanern, dem Natopakt oder den Israelis ist es egal, ob sich im Nahen Osten Alawiten, Christen, Schiiten, Sunniten oder eine Vielzahl weiterer Gruppen gegenseitig töten. Auch wenn die Religionen gerne gegeneinander ausgespielt werden, bringen sich die Sunniten vor allem gegenseitig um. Das liegt weniger an der Religion, sondern vielmehr an der Statistik: Die meisten Menschen im Nahen Osten sind Sunniten.

Die Umwandlung der Nato

Nicht nur praktisch alle systemrelevanten Funktionäre, auch die Volksaufklärung stehen ohne wenn und aber hinter dem Natopakt. Um dabei nicht so einseitig dämlich auszusehen wie die Prawda, peppt man die Berichterstattung gerne "systemkonform kritisch" auf, und läßt bevorzugt Leute vom rechten oder linken Rand oder Friedensbewegte zu Wort kommen, die diesen Pakt als Relikt des Kalten Krieges darstellen dürfen. Man kommt sich vor wie bei einem Versicherungsvertreter, der zur Erhöhung seiner Glaubwürdigkeit auch gleich die eigenen, irreführenden Gegenargumente parat hat. Sobald man auf diese abgeklärte Art "kritischer" Argumentation hereinfällt, weil sie natürlich sehr logisch klingt, hat man bereits verloren, und die Versicherung ist schon fast verkauft. Daher ist es immer gut, die vorgekaute "kritische" Argumentation anderer mal völlig zu vergessen und eigenständig zu überlegen. Mit ihrer "kritischen" Argumentation verschleiert die Volksaufklärung, daß von der Nato, die als Antwort auf die Bedrohung durch die Sowjetunion einmal existierte, weder vom Geist, noch von der Lesart etwas übrig geblieben ist. Nur die Buchstaben sind noch da. Das Verteidigungsbündnis heißt zwar noch Nato, ist aber schon längst in eine Interventionsarmee zur Verbreitung "westlicher Werte" umgewandelt worden, und man verliert langsam den Überblick, wo welche Paktmitglieder überall Krieg führen. Besonders fatal daran ist, daß die Kriege des Natopaktes nicht nur zeit- und ziellos vor sich hin laufen, sondern häufig auch noch neue Konflikte und Kriege nach sich ziehen. Der Krieg der Kriegsverbrecher im Irak ist schon längst nach Syrien geschwappt, und wer sagt, daß die Türkei nicht das nächste Land ist, das im Chaos versinkt: Abstürzende Wirtschaft, Kurdengebiete, die teilweise aussehen wie in Syrien, ein autoritär agierender Präsident, dem als Beispiel für ein funktionierendes Präsidialsystem nicht Frankreich, Rußland oder die USA, sondern Hitler-Deutschland einfällt (nur daß Hitler kein Präsident war, aber als Beispiel für einen Diktator taugt der allemal), Natogeneräle, deren Beteiligung am Putschversuch im Dunkeln liegt, reihenweise türkische Natomilitärs, die in der BRD Asyl beantragen, Säuberungen bei Richtern, Journalisten, Lehrern, ... Beteiligung an den Kriegen in den Nachbarstaaten Irak und Syrien, Aufnahme der bei weitem meisten Kriegsflüchtlinge innerhalb Europas, eine Volksabstimmung, die die Türkei spalten könnte und deren Ausgang keineswegs sicher ist, obwohl mit Nein zu stimmen "verboten" ist, ... Der Zünder dürfte scharf sein. Und in Nordafrika hatte der Enthauptungsschlag in Libyen auch schon seinen ersten Folgekrieg in Mali. Die Kriege der westlichen Werteapostel ufern jedes Jahr weiter aus.

Eigentlich sollten alle 14 Artikel auf die Klorolle passen. Samt einer Kommentierung, damit nicht nur Halbleser mit schwachen Augen, sondern auch Halbversteher mit schwachem Kopf die Möglichkeit haben, ihren Erkenntnisstand ein wenig anzuheben.

Die bedrohteste Nation der Erde und Realitätsverlust

Weil die USA die bedrohteste Nation der Erde sind, geben sie mehr Geld für "Verteidigung" aus als ca. die nächsten 10 Nationen nach ihnen zusammen. Auf Platz 3 kommt hinter den Chinesen übrigens der "privilegierte" Terror-Pate aus Saudi Arabien. Zusammen hauen die Mitglieder des Natopaktes das, was die Russen pro Jahr für Militär ausgeben, in ca. 3 Wochen raus. Bevor also noch mehr Geld ausgegeben wird, muß der Generalsekretär des Natopaktes die Frage beantworten: Sind solche Dimensionen angemessen oder haben Inkompetenz, Korruption, Mißwirtschaft und Realitätsverlust im militärisch-industriellen Komplex des Natopaktes mittlerweile sowjetische Dimensionen angenommen.

Warum bezahlt der Geldesel Flugzeuge und Hubschrauber, die nicht fliegen, Panzer, die nicht fahren, Drohnen, die für die Tonne entwickelt wurden, Gewehre, die nicht richtig schießen, ...? Das Rezept, Nichtsleister zu mehr Leistung zu bewegen, ist nicht mehr, sondern weniger Geld. Zudem ist grundsätzlich nicht einzusehen, daß alleine die BRD mehr für Rüstung ausgeben soll wie Rußland. Wenn den Amerikanern nicht paßt, daß die meisten europäischen Länder weniger als 2 % ihrer Wirtschaftsleistung für Militär ausgeben, können sie schließlich von ihrer exorbitanten Bedrohung runter kommen, weniger Kriege führen und wie die BRD nur 1,2 % ihrer Wirtschaftsleistung für Militär ausgeben.

Von der obsoleten Nato in weniger als einem Jahr zum Schutzgeldeintreiber der Nato, für Trump kein Problem. Man muß ihm allerdings nicht unterstellen, daß diese Art der "Verhandlungsführung" Strategie ist. Trumps obsolete Nato in mehr Geld für die Nato umzubiegen, dürfte das Werk von Funktionären im Hintergrund sein, die man nicht (ab)wählen kann.

Selbstmordstrategien und der atomare Schwachsinn der Großmächte

Sich gegenseitig die Pistole an den Kopf zu setzen und jederzeit abziehen zu können, ist ein sehr labiles Gleichgewicht, das jederzeit in die Hose gehen kann. Für zwei Menschen könnten nicht einmal Kanalexperten diese Strategie als "Sicherheit" verkaufen. Für Staaten können "echte" Experten diese Selbstmordstrategie, sie nennen es Abschreckungstheorie, nur verbreiten, weil noch keiner abgezogen hat.

Die meisten Länder behaupten sich ohne Atomwaffen. Die Großmächte können zwar jede Armee vernichten und jedes Land verwüsten, aber die Besatzung und damit den Krieg gegen die Bevölkerung verlieren sie immer. Wie man Krieg führt, um die eigene Kultur und Werte zu bewahren, demonstriert geradezu beispielhaft Afghanistan. Weder russische noch amerikanische Besatzer konnten dort ihre Werte einführen. Selbst ein so unterentwickeltes und rückständiges Land wie Afghanistan verteidigt von den Taliban bis zur "Regierung" nicht nur seine Werte, sondern wirft sowohl die Russen als auch die Amerikaner wieder raus. Auch Deutschlands Armee war schon vernichtet, das Land verwüstet und von beiden Großmächten besetzt. Ja und? War schließlich kein Weltuntergang, sondern in der durch den 2. Weltkrieg entstandenen Weltordnung hat Deutschland seine militärische Niederlage längst durch kluge Politik in einen Sieg umgemünzt. Die Selbstmordstrategie, die gegenseitige atomare Ausrottung vorzubereiten und auch noch als "Sicherheit" zu verkaufen, darf man getrost "Experten" der Adolfklasse überlassen. Die gibt es am Ende nicht mehr, weil irgendwann klappt es mit dem Selbstmord entgegen aller Expertenmeinungen doch. Auf die Großmächte muß also keiner neidisch sein. Um nicht zu den Selbstmordkandidaten dazu zu gehören, ist es am besten, sich von den kranken atomaren Phantasien der Großmächte so fern wie möglich zu halten. Selbstmordkandidat Nummer 1 sind immer die "Verbündeten".

Die meisten Länder brauchen nicht einmal daran zu denken, militärisch mit den Großmächten gleichzuziehen. Und über ein paar Atomwaffen könne die Großmächte nur lachen, denn sie haben tausende. Mit den Großmächten gleichziehen zu wollen ist auch aus einem weiteren Grund wenig sinnvoll: Militärisch erreichen die Großmächte so gut wie nichts. Schaut man statt in den Nahen Osten nach Südamerika, stellt man fest, daß die Amerikaner auch dort jeden Krieg verlieren. Die einheimische Bevölkerung läßt sich nirgends auf Dauer besiegen. Die Mexikaner sind so flexibel, vielfältig und hartnäckig darin, ihre Situation zu verbessern, daß die Amerikaner die Freiheit ihrer Tellerwäscher und Millionäre mit einer 9 Meter hohe Mauer schützen wollen. Gleichzeitig werden die Amerikaner nicht nur die Mauer, sondern auch die Leitern, die Löcher und die Tunnel bezahlen. Die Mexikaner erobern die südlichen Bundesstaaten der USA schon längst ohne Militär. Natürlich sind die USA militärisch haushoch überlegen. Die mexikanische Armee hat nicht einmal im eigenen Land das uneingeschränkte Sagen. Trotzdem muß man kein Hellseher sein, um zu wissen, daß die Amerikaner nicht nur den Krieg gegen die Drogen, sondern keinen Krieg in Mexiko gewinnen können. Noch schöner ist es in den Ländern Mittelamerikas oder in Kolumbien. Auch hier hat die Armee nicht überall das Sagen, und Kuttenträger sind vielfach zumindest "teilprivatisiert". Trotzdem haben die kolumbianischen Freunde der USA sogar die Prätorianergarde vom Obama flach gelegt, denn man weiß, wie man seine besten Kunden bewirten muß. Die meisten Länder kommen bei der Bewahrung ihrer Kultur und Werte bestens ohne Atomwaffen und ohne westliches Wertegeschwafel aus. So wie die BRD und die DDR den Selbstmordkandidaten Nummer 1 im Spiel der Großmächte zu machen, ist das Dümmste, was passieren kann.

Die Wehrpflicht und der stets frisch gegelte Möchtegerndoktor

Die christlichen Sozis, die AfD-ler in Lederhosen, installierten unter freundlicher Mithilfe ihrer "Schwesterpartei" einen stets frisch gegelten Möchtegerndoktor als Verteidigungsminister. Der hat der Nato die Wehrpflicht geopfert. Obwohl systemrelevante Sprachrohre Jahrzehnte lang die Vorteile des "Bürgers in Uniform" gepriesen haben, wurde die Wehrpflicht aus genau dem Grund abgeschafft, der einstmals so für die Wehrpflicht gesprochen hat: Mit Wehrpflichtigen kann man nur schwierig weltweit Krieg führen, denn die zeigen der Bundeswehr dann den Stinkefinger. Die Bundeswehr wurde daher zu einer nur aus Zeit- und Berufssoldaten bestehenden Interventionsarmee umgebaut und so an den zum globalen Destabilisierer umgewandelten Natopakt adaptiert. Statt Landesverteidigung stehen bereits jetzt so vielfältige Kriegseinsätze in Afrika und Asien auf dem Programm, daß man leicht den Überblick verliert.

Von besonderem Realitätsverlust zeugen die Argumente, eine Berufsarmee sei billiger und effizienter. Längst widerlegt und ein Witz in einem Land, in dem fähige Leute in die Wirtschaft gehen, weil die Armee ein Arbeitsplatz ohne jede Attraktivität ist. Auch ein Flachbildschirm für alle macht das nicht besser. Als man Kriege noch gewinnen konnte, und der Geldesel beim Plündern beteiligt war, mag sich Krieg noch gelohnt haben. Aber spätestens seit der industriellen Revolution lohnt sich dieses Geschäftmodell nicht mehr, und für junge Leute, die was erleben und vorwärts kommen wollen, gibt es weit bessere Möglichkeiten, als sich für viel Wertegeschwafel und wenig Geld von Staaten mißbrauchen zu lassen. Es wäre an der Zeit, zu überprüfen, ob die Abschaffung der Wehrpflicht durch den Möchtegerndoktor den Laden nicht nur noch teurer und noch uneffizienter gemacht hat, sondern für gutes Personal auch noch unattraktiver. Den Vergleich mit Ländern, in denen das Militär für viele die einzige Möglichkeit ist, etwas zu erreichen, kann man in der BRD gleich knicken. In der BRD müssen fähige Leute nicht in die Armee, um ihre Berufschancen zu erhöhen, studieren zu können oder auch nur günstig krankenversichert zu sein. Trotz dieser strukturellen Unterschiede ist auch die Berufsarmee der USA hinsichtlich Kosten, Korruption und Inkompetenz ein schwarzes Loch. Warum geben die Russen nur einen Bruchteil aus, sind aber seit Ablösung der wandelnden Wodkaflasche mit ihren Fähigkeiten und Rüstungsprodukten trotzdem in der Weltspitze?

Der Kampf der Systeme

Als der Natopakt noch ein Verteidigungsbündnis für den Fall eines sowjetischen Angriffs war (das steht im Nordatlantikvertrag nirgends drin, aber selbst der leseschwächste hatte das damals verstanden), bauten Amerikaner und Europäer noch keine Mauern und Zäune. Sanktionen gab es im Bereich der Hochtechnologie und des Militärs, aber ansonsten war man bestrebt, ins Geschäft zu kommen. Unsicherheit und Instabilität wollte man auch in der Sowjetunion nicht. Der Natopakt war noch ein "Sicherheitsbündnis" und kein globaler Destabilisierer. Der Westen mußte sich verteidigen können, aber man hatte es nicht nötig, andere mit Gewalt zu bekehren, denn schließlich hatte man das "bessere System". Sanktionen gegen die Wirtschaft der Sowjetunion und mehr noch die Bevölkerung zu sanktionieren hätte man als kontraproduktiv empfunden. Wie sehr sich die Zeiten doch ändern. Allerdings hat man in den USA auch längst nicht mehr das "bessere System". Mißt man dessen Güte nicht am Wertegeschwafel und den Militärausgaben, sondern an Dingen wie bezahlbarem Wohnraum, bezahlbarer Krankenversicherung, freier Bildung, Chancengleichheit, Existenz eines breiten Mittelstandes, Wirtschaftskraft und Verteilung von Regierungsposten innerhalb der Familie, wird sofort klar, warum sich sehr viele Amerikaner bedroht fühlen. Mal sehen, wie Trump und der Natopakt dieser neuen Bedrohung gerecht werden. Wenn die "westliche" Demokratie der Garant für allgemeinen Wohlstand sein soll (nicht nur die Chinesen sehen das sicher anders), dann scheint in den USA ziemlich wenig Demokratie zu existieren. Keiner kann Amerika besser abwracken als die Amerikaner, keiner kann Europa besser abwracken als die Europäer, und keiner kann Rußland besser abwracken als die Russen. Dazu braucht keiner den anderen.

Ob gelb, ob grün, ob rot, ob braun, stets die Bürger in die Röhre schaun!

Stand: 01.04.17